Foto: Daniel Mitchell
Foto: Daniel Mitchell

Cross EM Tilburg

Zwei Stunden nach dem sensationellen vierten Rang von meinem Trainingsgspändli Chiara Scherrer in der Kategorie U23 stand ich ebenfalls an der Startlinie. Zusammen mit 71 weiteren Crossläuferinnen aus ganz Europa nahm ich die 8,3 Km lange Strecke durch den Dreck in Angriff. Ich kam beim Start gut weg und zeigte mich von Beginn weg an der Spitze. Nach wenigen Kilometern setzte sich die türkische Titelverteidigerin vom Feld ab, dahinter bildete ich mit einer Niederländerin und einer Norwegerin die Verfolgergruppe. Der Rest des Feldes war schon vor Streckenhälfte geschlagen. Nach ca. Streckenhälfte vermochte ich gar wieder zur Führenden aufzuschliessen und übernahm die Spitze des Rennens. So setzte ich die entscheidende Differenz zu den letzten beiden Konkurrentinnen um die Medaillen. Auf der Zielgeraden wurde es dann ultraspanned. Mit einer Sekunde Rückstand auf die Siegerin erspurtete ich mir Silber, mit nur einer Sekunde Vorsprung auf Rang drei! Somit strahlt auch meine zweite EM-Medaille silbern. 

 

Video zum Rennen

Int. Cross Tilburg

Zwei Wochen vor den Europameisterschaften fand in Tilburg auf der gleichen Strecke ein internationales Cross statt. Zahlreiche Konkurrentinnen aus Europa waren angereist, um die EM Strecke zu testen. Im Rennen über 8,3 Km konnte ich mich schon kurz nach dem Start mit drei weiteren Läuferinnen vom Feld absetzten. Nach Streckenhälfte verschärfte ich das Tempo und alle Gegnerinnen mussten abreissen lassen. Mit 13 Sekunden Vorsprung konnte ich das Rennen zum zweiten Mal nach 2016 gewinnen. 

Corrida Bulloise

Einer der ersten grossen Stadtläufe zum Jahresende ist jeweils die Corrida Bulloise. Auf einer stimmungsvollen Runde in der Altstadt jagen die Elite-Läuferinnen und Läufer um die Hausecken. Nach dem Sieg 2016 und Rang zwei im letzten Jahr wollte ich mir dieses Jahr wieder den Siegerpreis holen. Dieser besteht in Bulle traditionellerweise aus einem Kalb. Eigentlich wollte ich zu Beginn nicht die Führung übernehmen, doch auch sonst wollte oder konnte niemand Führungsarbeit leisten. So war ich mich schon kurz nach dem Start an der Spitze des Feldes. Nach mehreren Tempoverschärfungen musste eine Gegnerin nach der Anderen abreissen lassen. Einzig die kenianische Siegerin von 2013 und 2014 blieb bis am Schluss an meinen Fersen und es kam zum spannenden Schlussspurt. Diesen konnte ich knapp für mich entscheiden und zum zweiten Mal den Stadtlauf in Bulle gewinnen.

 

Video zum Rennen

The Great 10 K Berlin

Wenige Wochen nach Aufnahme des Grundlagentrainings für den Winter stand ich in Berlin bereits wieder an der Startlinie. Ohne wettkampfspezifisches Training wollte ich über 10 Km einfach ohne Druck laufen, Spass haben und dabei natürlich möglichst schnell sein. Berlin scheint dieses Jahr für mich ein gutes Pflaster zu sein, denn ich präsentierte mich bereits wieder in Rekordlaune. Den ersten Kilometer fühlte sich mit 3:06 pro Kilometer höllisch schnell an, ich war mir dieses Tempo nicht mehr gewohnt. Dann fand ich aber einen guten Rhythmus und unterschlupf in einer Gruppe. Ich konnte das Tempo bis zum Schluss hoch halten und überquerte nach 32:01 min die Ziellinie. Neben Rang 3 im starken internationalen Feld bedeutet dies auch einen neuen Schweizerrekord. Den bisherigen Rekord hatte ich vor 1 1/2 Jahren in Payerne aufgestellt.

Greifenseelauf 2018

Nach nur zwei Wochen Grundlagentraining nahm ich zum zweiten Mal seit 2012 den Greifenseelauf in Angriff. Entsprechend locker ging ich an den Halbmarathon ran und konnte das Rennen voll und ganz geniessen. Viele bekannte Gesichter und "Hopp-Fabienne-Rufe" haben mich immer wieder motiviert und mir zusätzliche Energie verliehen. Nach 1:15.30 Std. lief ich als überlegene Siegerin bei fantastischer Stimmung ins Ziel ein. 

Das Schweizer Fernsehen hat mich am Tag des Rennens begleitet. Den Beitrag findet ihr unter folgendem Link:

https://www.srf.ch/sport/mehr-sport/sportmix-siege-fuer-abraham-und-schlumpf-am-greifensee

EM Berlin

Lange habe ich mich auf die Europameisterschaft in Berlin gefreut und nun war es endlich so weit. Vor einem Jahr habe ich mir eine Medaille zum Ziel gesetzt, ein hohes aber nicht unmögliches Ziel. Durch die Sehnenentzündung am Fuss und die muskulären Probleme im Oberschenkel im Frühling wusste ich lange nicht, ob ich überhaupt in Berlin am Start stehen kann. Das Ziel, eine Medaille zu gewinnen, ist in weite Ferne gerückt. Als ich dann endlich wieder zu 100 % schmerzfrei trainieren konnte, setzen Michi und ich alles daran, um bis zur EM wieder in Topform zu sein. Die letzte Vorbereitung in St. Moritz lief richtig gut. In den Vorläufen qualifizierte ich mich als Siegerin meiner Serie und Zeitschnellste souverän für den Final und gewann damit enorm viel Selbstvertrauen. Die Technik funktionierte sehr gut und die Beine liefen schnell. 

Am letzten EM-Abend fand dann vor über 40'000 Zuschauern der Final statt. Nach vielen Stunden Training war es endlich so weit, ich habe so lange auf diesen Moment gewartet. Im Wissen, alles gemacht zu haben, stand ich mit einem klaren Plan an der Startlinie. Es gelang mir, den Plan perfekt umzusetzen und schon bald übernahm ich die Führung und drückte aufs Tempo. Von Runde zu Runde fielen die Gegnerinnen hinten weg, so dass wir zu viert auf die Schlussrunde gingen. Ich drückte weiter auf das Tempo und musste mich beim letzten Wassergraben nur von der Titelverteidigerin überholen lassen. Die Silberne Medaille war die Belohnung, ich bin VIZE-EUROPAMEISTERIN! Für Michi und mich ging damit ein Traum in Erfüllung. Wir haben es geschafft, mich rechtzeitig in Topform zu bringen, was mich extrem glücklich und stolz macht. Dass so viele Freunde und meine Familie im Stadion mitgefiebert haben bedeutet mir sehr viel und die Emotionen nach dem Rennen waren dementsprechend sehr gross. 

Foto: Ulf Schiller

Trainingslager St. Moritz

Die letzten drei Wochen bereitete ich mich in meiner zweiten Heimat St. Moritz intensiv auf die Europameisterschaften in Berlin vor. Das Training verlief nach Plan und ich spulte viele Kilometer bei wunderschönem Panorama entlang der Engadiner Seen ab. Für schnelle Einheiten oder Techniktraining nutzte ich die 400m-Bahn direkt vor der Haustüre oder den nahegelegenen Kraftraum. Das Schwimmbad ist ebenfalls nicht weit entfernt und ideal um die müden Beine beim Schwimmen etwas zu lockern. Die Zeit verging wie immer rasend schnell und ich kann es kaum erwarten, endlich wieder an der Startlinie zu stehen. Die Arbeit ist jetzt getan und in den kommenden Tagen steht die Erholung im Vordergrund, um am Freitag, 10. August 2018 um 12.25 Uhr topfit am Start des Vorlaufs über 3000 m Steeple zu stehen. 

Gala dei Castelli

Mit der Gala dei Castelli in Bellinzona hat sich ein weiteres tolles Schweizer Meeting mit internationaler Konkurrenz gebildet. Zum ersten Mal stand ich dieses Jahr am Start und reiste direkt aus dem Trainingslager in St. Moritz an. Über 5000 m bestritt ich meinen letzten Wettkampf vor der EM in Berlin. Die Konkurrenz war hochkarätig. Ich startete gut und passierte die ersten Kilometer in 3.02 min, 6.05 min bzw 9.11 min bei 3000m. Danach fiel das Tempo etwas zusammen, doch mit einem starken letzten Kilometer finishte ich als Fünfte in 15:23.44 min. Dies bedeutet deutliche neue persönliche Bestzeit. Die Limite für die EM in Berlin unterbot ich um über 16 Sekunden, nur drei Schweizerinnen waren über diese Distanz je schneller.

SM Zofingen

Die Schweizermeisterschaften der Elite fanden dieses Jahr in Zofingen statt. Bei heissen Temperaturen qualifizierte ich mich am Freitag souverän für den 1500 m Final. Gemeinsam mit meinem Trainingsgspändli Chiara Scherrer entschied ich mich für eine Team-Taktik und ein schnelles Rennen. So übernahm ich von Beginn weg das Tempodiktat und wechselte mich mit Chiara bei der Führungsarbeit ab. 400 Meter vor Schluss war nur noch eine Gegnerin an unseren Fersen. Diese blieb allerdings hartnäckig dran, so dass es auf den letzten 100 Metern zu einem spannenden Schlussspurt kam. Mit 4.17.91 min setzte ich mich hauchdünn vor Chiara (4.18.20) durch.

Für uns beide bedeutet die Zeit neue persönliche Bestleistung. Damit scheinen wir beide auf dem richtigen Weg für die EM in Berlin zu sein.

Link zum Video: https://www.ubs-athletics.fans/de/video/sm-zofingen-2018-1500m-frauen-final

Spitzenleichtathletik Luzern

Nach meinem gelungenen Saisoneinstieg in Paris startete ich bei Spitzenleichtathletik in Luzern zu meinem zweiten Hindernisrennen der Saison. Zusammen mit 12 weiteren Steepleläuferinnen wollte ich die perfekten Bedingungen für eine gute Leistung nutzen. Den ersten Kilometer absolvierte ich in 3:09 min und somit genau im Fahrplan. Nach zwei Kilometern liessen dann meine Kräfte nach und ich büsste noch etwas Zeit ein. Die Zeit von 9:40,73 min war im ersten Moment eine Enttäuschung, doch die Technik bei den Hindernissen und beim Wassergraben sowie das Laufgefühl waren besser als in Paris und stimmt mich positiv für die kommenden Trainingswochen. 

Diamond League Paris

Nach einer längeren Laufpause von Mitte April bis Mitte Mai wegen einer Sehnenentzündung am Fuss und einer anschliessenden muskulären Oberschenkelverletzung verlief meine Saison bis jetzt nicht wie geplant. So stand ich nach nur einer Woche ohne Einschränkungen im Training und erst 2 Bahntrainings in Paris an der Startlinie gegen die Weltelite. Das Rennen startete schnell und ich reihte mich hinten im Feld ein. Nach schnellen ersten 1000 Metern zeigte sich aber der Trainingsrückstand und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Das Ziel erreichte ich nach 9:39.89 min auf Rang 10.

Dies ist ein gelungener Saisoneinstieg und die definitive EM Qualifiaktion.

Mit einem Hindernisrennen bei Spitzenleichtathletik Luzern, der Schweizer Meisterschaft über 1500 m und einem 5000 m Lauf in Bellinzona will ich versuchen mich weiter in Form zu bringen.

Frauenlauf Bern

Nach überstandener Verletzung stand ich beim Frauenlauf in Bern erstmals seit der Halbmarathon WM in Valencia wieder an einer Startlinie. Noch 4 Tage vorher hatte ich den geplanten Start beim Diamond League Meeting in Oslo über 3000 m Steeple absagen müssen. Doch für den Start über 5km in der Hauptstadt war ich bereit. Die Rückkehr auf die Wettkampfbühne gelang mir perfekt. Schon kurz nach dem Start bildete ich zusammen mit Nicola Spirig und Krisztina Papp eine Dreier-Spitzengruppe und lief grösstenteils im Windschatten. Nach ca. 3,5 Kilometer drückte ich aufs Gaspedal und konnte mich gleich etwas absetzen. Ich zog bis ins Ziel durch und durfte bei grandioser Stimmung meinen zweiten Sieg in Folge feiern.

Dahinter zeigte auch mein Trainingsgspändli Chiara Scherrer ein tolles Rennen. Nur zwei Tage nach ihrem U23 CH-Rekord und der EM-Limite über 3000 m Steeple erreichte sie den 4. Rang.