Mein Leben als Läuferin

Weltklasse Zürich

Als einzige Schweizerin hatte ich mich für eine der Finaldisziplinen der Diamond League bei Weltklasse Zürich qualifiziert und traf auf die absolute Weltklasse. Aus den Top 10 der Weltmeisterschaft in London fehlten nur 2 Gegnerinnen und ich kam zu meiner persönlichen WM-Revanche. So startete das Rennen horrend schnell. Ich wollte das Risiko eingehen und selber ebenfalls ein hohes Tempo anschlagen. Das gelang mir gut und die 1000 m Marke passierte ich nach 3:03 min, so schnell wie noch nie. Auch nach 2 km und 6:11.5 min war ich über 3 Sekunden schneller als bei meinem Schweizer Rekord. Auf den letzten 2 Runden ging es dann nicht mehr so schnell. Die Beine wurden schwer und auch die Hindernisse wollten nicht mehr wie gewohnt. Ich kämpfte mich durch und wurde in 9:28.80 min Zehnte. Damit beende ich eine unglaubliche Saison mit der viertbesten Zeit meiner Karriere. 

Weltmeisterschaft London

Nach 2013 und 2015 habe ich mich zum dritten Mal für eine Weltmeisterschaft qualifiziert und reiste voller Selbstvertrauen in die britische Hauptstadt. Die Qualifikation für den WM Final der besten 15 war mein grosses Saisonziel und ich habe mich gut darauf vorbereitet. Die ersten drei pro Serie plus die sechs Zeitschnellsten qualifizieren sich für den Final. Ich lief in der dritten Serie, fühlte mich zu Beginn gut und lief im vorderen Mittelfeld mit. Als dann nach Rennhälfte das Tempo erhöht wurde konnte ich nicht reagieren und die Beine wurden schwer. Als gesamt 16. verpasste ich den Final hauchdünn. Die Enttäuschung ist riesig und ich bin traurig, dass ich im wichtigsten Rennen der Saison meine Leistung nicht abrufen konnte. Was genau der Grund für das Scheitern war ist schwierig zu sagen, ich werde das Rennen sicher zusammen mit Michi genau analysieren und versuchen, es nächstes Mal besser zu machen.

Jetzt schaue ich nach vorne und freue mich auf meinen Aufritt vor Heimpublikum bei Weltklasse Zürich. 

Schweizermeisterschaft Zürich

Zum ersten Mal startete ich an den Schweizermeisterschaften über 800m. Direkt aus dem Höhentrainingslager in St. Moritz angereist wollte ich einen Temporeiz setzen. Im Vorlauf wurde ich zu Beginn vom Tempo schon ein wenig überrascht und erlitt einen kleinen Temposchock. Trotzdem gewann ich meinen Vorlauf souverän und qualifizierte mich somit direkt für den Final. 

Das Finale war wie so oft von Taktik geprägt. Zu Beginn hielt ich mich zu hinterst im Feld auf und arbeitete mich auf der zweiten Runde langsam nach vorne. Auf der Zielgerade packte ich meinen Schlussspurt aus, warf mich ins Ziel und wusste zuerst nicht, ob ich zweite, dritte oder vierte bin. Nach einigen Minuten war dann das Resultat auf dem Screen und zeitgleich mit den beiden Drittplatzierten sicherte ich mir die Silbermedaille. 

Zufrieden mit dem Resultat und einem gelungenem Tempotest im Gepäck fuhr ich nach dem Rennen wieder nach St. Moritz für die letzten WM-Vorbereitungen.

 

Das Video zu meinem Lauf:

https://video.ubs-athletics.fans/de/video/800m-wom-final?v=BG_ww-sW6PynkE88NLkVRG

Spitzenleichtathletik Luzern

Direkt aus dem Höhentrainingslager in St. Moritz machte ich einen Abstecher nach Luzern, um über 3000 m gegen starke Konkurrenz zu laufen. Das Rennen war sehr unruhig mit Rundenzeiten zwischen 69 und 75 Sekunden. Die zwei Kilometer-Marke passierte ich nach etwas mehr als 6 Minuten. Der letze Kilometer war dann der schnellste und mit 8:58,63 Minuten blieb ich erstmals unter der 9-Minuten-Grenze. 

Am nächsten Tag reiste ich direkt wieder zurück in die Höhe und bereite mich hier in den kommenden Wochen intensiv auf die WM in London vor. 

Diamond League Paris

In Paris kam ich zum zweiten Auftritt des Jahres auf Stufe der Diamond League und zum zweiten Mal gelang mir eine Glanzleistung. Im Gegensatz zum Rennen in Oslo war in Paris die gesamte Weltelite am Start, daher war eine Wiederholung meines dritten Ranges von Beginn weg ausgeschlossen. Als Nummer 12 auf der Entry List wäre eine Top 10 Klassierung schon sehr gut.

Wie abgesprochen hielt ich mich zuerst hinten im Feld auf und gab dann auf dem zweiten Kilometer Gas. Mein Plan ging ausgezeichnet auf und die Durchgangszeiten lagen im Bereich meines Schweizer Rekordes. Im Ziel lag ich mit 9:22.01 min nur 36 Hundertstel über meiner Bestzeit, wurde hervorragende achte und das in einem Feld, das soviel Weltklasse bot wie noch nie ein Rennen über 3000 m Steeple.

Ein kurzer und intensiver Wettkampfblock ist nun abgeschlossen. Schon bald reise ich für 3.5 Wochen in die Höhe nach St. Moritz, um mich auf die WM in London vorzubereiten.

Team EM Vaasa

Zum ersten Mal in der Geschichte steigt die Schweiz an der Team EM in die Super League auf, welche die Top 12 Nationen Europas umfasst - wahnsinn!

Als einzige stand ich in zwei Einzeldisziplinen im Einsatz. Am Samstag ging ich über 3000 m Steeple und am Sonntag über 5000 m auf Punktejagd. In beiden Disziplinen konnte ich einen überzeugenden Sieg feiern und so insgesamt 24 Punkte für das Schweizer Team sammeln. Während es am Samstag im Steeple-Rennen noch schnelle letzte 1000 m waren, die zum Sieg führten, stürmte ich über 5000 m mit einem fulminanten Schlussspurt zum Punktemaximum.

In einem packenden Wettkampf entschieden am Schluss wenige Punkte über die Podestplätze und damit den Aufstieg in die höchste Liga. Schweden vor Finnland und der Schweiz lautete am Schluss das Klassement. Die Türkei lag mit nur 3 Punkten Rückstand auf Rang vier. 

 

Das Video zu meinem 5000 m Lauf:

https://video.ubs-athletics.fans/de/video/vaasa-fin-5000m-frauen-sonntag-schlumpf?v=5r4BGGUKW1UuY69TCQr5BE

Bislett Games Oslo

An den Bislett Games in Oslo startete ich zum zweiten Mal bei einem Diamond League Rennen im Ausland. Von den Wettkämpfen in Belfort und Bern habe ich mich schnell erholt und stand gut vorbereitet bei perfekten Bedingungen zusammen mit 12 Läuferinnen an der Startlinie. Es war geplant, dass ich mich am Anfang des Rennens etwas vom Feld mitziehen lassen möchte, doch schon nach etwas mehr als einem Kilometer war mir das Tempo zu langsam und ich übernahm die Spitze des Feldes, welche ich bis eingangs der letzten Runde nicht mehr abgab. Zusammen mit einer Kenianerin und einer Äthiopierin konnte ich mich etwas vom Feld absetzen, musste die beiden auf der Schlussrunde dann aber ziehen lassen und erreichte das Ziel als Dritte in neuer Schweizer Rekordzeit von 9:21,65 min! Wahnsinn! Meinen 6 Tage alten Rekord von Belfort verbesserte ich somit nochmals um über 5 Sekunden und bin nun die Nummer 2 in Europa sowie die Nummer 12 der Welt!

 

Das Video zum Rennen:

https://youtu.be/oQ0rqyI3MLs

Frauenlauf Bern

Der Frauenlauf Bern ist mit fast 15'000 Läuferinnen einer der grössten Laufveranstaltungen der Schweiz. Nach meinem Schweizer Rekord zwei Tage zuvor stand ich in Bern über 5 km an der Startlinie. Nach gemütlichem Beginn zog ich das Tempo nach 3 km an und konnte mich von der Spitzengruppe absetzen. Nur die Äthiopierin Helen Tola Bekele konnte mir am Anfang folgen, musste dann aber bald abreissen lassen. Bis ins Ziel distanzierte ich die Konkurrenz um 30 Sekunden und mehr. Damit gelang mir der erste Schweizer Sieg in Bern seit 9 Jahren und den vierten in der 31-jährigen Geschichte.

 

Meeting Belfort-Montbéliard

Nach drei erfolgreichen Trainingswochen in St. Moritz reiste ich direkt nach Belfort und trat dort zum ersten mal in diesem Jahr über 3000 m Hindernis gegen internationale Konkurrenz an. Ein Weltklassefeld präsentierte sich unweit hinter der französischen Grenze. Die Spitze legte gleich nach dem Startschuss ein horrendes Tempo vor. So blieb ich entgegen dem Plan etwas hinter der 5er Spitzengruppe zurück. Nach 3:07 min für den ersten Kilometer zeigte die Uhr bei 2000 m 6:18 min an, das ist rund 2,5 Sekunden unter meiner 2000 m Steeple Bestzeit. Es gelang mir dann immer mehr zur Spitze aufzuschliessen und noch zwei Konkurrentinnen zu überholen. Bis im Ziel musste ich mich zwar 3 Kenianerinnen geschlagen geben, doch mit 9:26.86 min verbesserte ich meinen eigenen Schweizerrekord gleich um 4 Sekunden.