Mein Leben als Läuferin

Halbmarathon-WM

Nach einem guten Trainingswinter mit mehreren Trainingslagern stand ich am Samstag in Valencia zum ersten Mal am Start einer WM auf der Strasse. An der Halbmarathon-WM wollte ich mich gegen die Weltbesten behaupten. Dass die Weltbesten am Start waren, merkte man schon bald. Das Tempo war von Beginn weg sehr hoch. Ich ging ein schnelles Tempo mit, denn nach rund 8 Km folgte eine lange Gerade mit starken Gegenwind. Da wollte ich natürlich nicht alleine unterwegs sein. So passierte ich die 5 Km Marke nach schnellen 16.08 min! Bei 10 Km lag ich mit einer Zwischenzeit von 32.51 min immer noch auf Kurs. Ausser mir konnte noch nie eine Schweizerin die 10km auf der Strasse so schnell laufen. Nach rund 13 Km folgten dann die Passagen mit mehr Rückenwind, doch mein Rennen verlief nicht mehr ganz nach Plan. Magenprobleme und ein kurzer Stopp am Strassenrand bremsten mich aus. Dennoch gelang mir mit 1:10.36 Std. eine starke Zeit und mit Rang 16 klassierte ich mich als zweitbeste Europäerin mitten in der Weltspitze. Die Zeit bedeutet zudem ein Schweizerrekord für reine Frauenrennen und Rang 16 ist das beste Ergebnis einer Schweizerin an einer Halbmarathon-WM überhaupt.

Erstmals in ihrer Karriere muss die Wetziker Steeple-Spezialistin Fabienne Schlumpf auf Alternativtraining setzen. Eine Sehnenentzündung zwingt sie dazu.

 

Es ist eine neue Situation für Fabienne Schlumpf. Und vor allem eine, auf die die Wetzikerin gut hätte verzichten können. Zum ersten Mal überhaupt in ihrer Laufbahn ist die Steeple-Spezialistin verletzt.

Sie kann deswegen vorerst nicht mehr machen, was sie am liebsten tut: rennen.

Eine Sehnenentzündung am rechten Fuss brockte der Olympia-Teilnehmerin von Rio 2016 von ihrem Arzt ein mehrwöchiges Laufverbot ein. Drei Wochen davon hat sie bereits hinter sich.

Mit der Situation abgefunden

Schlumpf gibt zu, dass sie an der Verletzung zu beissen hatte. Mittlerweile hat sie sich mit der Herausforderung, wie sie die Situation nennt, aber abgefunden. «Wenn ich wochenlang mit schlechter Laune rumspaziert wäre, hätte mich das ja auch nicht weiter gebracht.»

Das eine oder andere Mal habe sie sogar schon Spass am Alternativtraining gehabt, das etwa Aquafit und die Arbeit auf dem Ergometer beinhaltet, sagt sie und lacht.  

Vorzeitig ab ins Engadin

Schlumpf blickt längst wieder optimistisch nach vorne, obwohl sie den einst am 26. Mai geplanten Saisonstart in ihrer Paradedisziplin wohl nach hinten verschieben muss. Dass die 27-Jährige Zuversicht verströmt, hat auch damit zu tun, dass sie sagen kann: «Ich habe das Gefühl, die Verletzung verheilt gut.»

Am Montag steht der nächste Termin bei ihrem Sportarzt an. Danach weiss sie genauer, wie sie ihre auf die Europameisterschaften in Berlin (7. bis 12. August) ausgerichteten Pläne anpassen muss.

Den eigentlich ab Mitte Mai angesetzten Höhenblock im Engadin hat sie vorzeitig angetreten. Erstens, weil sie im Bündnerland eine ideale Betreuung vorfindet, wie sagt. Aber eben auch, «weil es mir zuhause gestunken hat».

Schlumpf wünscht sich, dass in ihrem Trainingsalltag möglichst bald wieder Normalität einzieht. Sie wäre darauf vorbereitet. «Die Laufschuhe habe ich jedenfalls bereits wieder hervorgeholt.» 

(Text: Zürcher Oberländer vom 02.05.2018)

Trainingslager Tenero

Traditionellerweise verbringe ich im April zwei Wochen mit dem Swiss-Athletics Mittel- und Langstreckenkader in Tenero und bereite mich auf die Bahnsaison vor. Die erste Hälfte haben wir bereits geschafft und dabei viele Kilometer zurückgelegt, Hürden überwunden und Gewichte gestemmt. Leider meinte es das Wetter nicht so gut mit uns, doch die Stimmung war trotzdem gut und wir konnten alle Trainings wie geplant umsetzen. In der ersten Woche hatte ich mit Norah und Daisy zwei Weltklasse-Steepleläuferinnen aus Kenia an meiner Seite. Gemeinsam haben wir intensiv an unserer Hindernistechnik gefeilt. Ich freue mich, die beiden später in der Saison auf der Wettkampfbühne wieder zu treffen. 

Hier noch ein kleiner Einblick ins Training. Danke an Diego Menzi für den Film. 

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Steepletraining
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Trainingslager Dullstroom

Für drei Wochen trainierte ich in Dullstroom (Südafrika) auf ca. 2000 Meter über Meer und bereitete mich intensiv auf die Halbmarathon-WM in Valencia vor. Während den ersten paar Trainingstagen stand die Angewöhnung an die Höhe noch im Vordergrund und die Trainings waren weniger intensiv. Ich habe mich schnell an die Höhe gewöhnt und konnte nach Plan trainieren. Pro Woche sind so ca. 160 Laufkilometer und 16 Trainingsstunden zusammengekommen. Das Wichtigste dabei ist, dass ich alles wie geplant umsetzen konnte und mich dabei immer gut gefühlt habe (oder wie man sich nach 14x1km eben fühlt :). Auch neben dem Training hatten wir eine tolle Zeit und genossen die perfekten Bedingungen und das gute südafrikanische Essen. Nach einem anstrengenden Trainingstag hatten wir uns ab und zu ein feines Rindsfilet vom Grill gegönnt. Köstlich! Jetzt steht die Erholung im Vordergrund, damit ich dann topfit in Valencia an der Startlinie stehe.

Bremgarter Reusslauf

Nach meinem Sieg im Vorjahr entschied ich mich auch dieses Jahr am Bremgarter Reusslauf über 11km zu starten. Es war mein erster Wettkampf nach einer langen Trainingsphase und es waren zahlreiche Spitzenläuferinnen und -läufer am Start. Ich schlug von Beginn an ein hohes Tempo an und konnte im Verlauf des Rennens einen Mann nach dem Anderen überholen, was mich immer wieder motivierte. Nach 36.08min siegte ich souverän mit neuem Streckenrekord. Dahinter zeigte auch meine Trainingspartnerin Chiara Scherrer eine tolle Leistung und wurde mit dem dritten Overallrang belohnt. Somit war das Podest zu 2/3 in TG Hütten-Hand. 

Meine Koffer sind bereits wieder gepackt und ich freue mich auf meinen nächsten Höhenblock. Im südafrikanischen Dullstroom werde ich mich in den nächsten drei Wochen auf die Halbmarathon-WM in Valencia vorbereiten. 

Cross EM

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und einem eisigen Wind präsenteirte sich den Crossläufern an der EM in Samorin eine schnelle Strecke mit vielen Hindernissen, kleinen Hügeln und einem Wassergraben. Ich war zum sechsten Mal an einer Cross EM dabei und zum vierten Mal bei der Elite. Nach meinem 8. Rang vom Vorjahr trat ich mit Hoffnungen auf eine Top 10 Klassierung über die 8,2 km lange Strecke an. 

Von Beginn weg zeigte ich mich in den vordersten Positionen. Zwar zogen die drei späteren Medaillengewinnerinnen bald etwas davon, doch dahinter präsentierte ich mich als eine der aktivsten Läuferinnen. Auf der Zielgerade kam es in einer vierer Gruppe zum Schlussspurt um Rang 4 bis 7. Auch wenn ich mich da geschlagen geben musste, mit Rang 7 darf ich erneut auf eine sehr erfolgreiche EM zurück blicken und realisierte das beste Ergebnis einer Schweizerin seit 1999. 

Escalade Genève

Über 50'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich für die Escalade in Genf eingeschrieben. Zum ersten Mal war auch ich mit dabei und wollte mir den letzten Schliff für die Cross EM vom 10. Dezember 2017 holen.

Die Rennen der Elite über 7.5km waren ausgezeichnet besetzt. Zusammen mit 3 weiteren Gegnerinnen setzte ich mich schon bald vom Feld ab, denn es wurde ein sehr hohes Tempo angeschlagen. Als die Gegnerinnen auf der letzten Runde nochmals anzogen, musste ich sie ziehen lassen. Als Vierte verlor ich rund 30 Sekunden auf die Siegerin und nahm der zweitbesten Schweizerin rund 2 Minuten ab. 

Int. Cross Tilburg

Nach meinem Sieg im Vorjahr reiste ich erneut mit grossen Zielen nach Tilburg. Ich traf wieder auf starke europäische Konkurrenz und wollte ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Die neue Strecke präsentierte sich sehr abwechslungsreich mit vielen Kurven, kleinen Hügeln, Baumstämmen und sumpfigen Abschnitten. Ich hielt mich stets in den ersten Positionen auf und prägte das Rennen über 8.3km über weite Strecken von der Spitze. Die Konkurrentinnen blieben jedoch dran und so kam es zu einem Schlussspurt einer Vierergruppe. Zwar musste ich mich von der Olympia-Sechsten über 1500m Meraf Bahta knapp geschlagen geben, doch mit Rang 2 gelang mir ein tolles Ergebnis.

Corrida Bulloise

An der Corrida in Bulle präsentierte sich in den beiden Elitefeldern eine Startliste, wie sie sich wohl nur selten zeigt. Aus Schweizer Sicht war fast alles am Start, was der Laufsport aktuell zu bieten hat. Zusätzlich waren die Eliterennen gespickt mit einigen starken AusländerInnen. 

Nach meinem überraschenden Sieg im letzten Jahr trat ich als Titelverteidigerin an. Das Rennen wurde wie erwartet zum grossen Duell zwischen der Ethiopierin Helen Bekele und mir. Die ersten sechs von zehn Runden liefen wir gemeinsam an der Spitze, bis ich das hohe Tempo nicht mehr mitgehen konnte und abreissen lassen musste. So behielt in diesem Jahr Helen Bekele das bessere Ende für sich und gewann mit 22 Sekunden Vorsprung. Mit dem zweiten Platz darf ich aber mit ihrem Auftakt in den Wettkampfblock zufrieden sein.

Trainingslager Tenero

Wie bereits im letzten Jahr habe ich mich während 10 Tagen in Tenero auf die bevorstehenden Crossläufe vorbereitet. Im Centro Sportivo fanden wir wie immer perfekte Trainingsbedingungen vor. Täglich standen zwei Trainingseinheiten auf dem Plan, welche in dieser coolen Gruppe und mit dem Sonnenschein doppelt Spass machten. 

Highlight der Cross-Saison soll die EM Mitte Dezember in Samorin werden, wo ich meinen 8. Platz vom Vorjahr bestätigen möchte. Bis jetzt bin ich mit meinem Trainingsstand voll zufrieden und freue mich auf die ersten Wettkämpfe. 

Zurück im Trainingsalltag

Die dreiwöchige Trainingspause nach Weltklasse Zürich habe ich in vollen Zügen genossen. Die Laufschuhe und Laufkleider blieben grösstenteils im Schrank und ich hatte für alles Zeit, was während der Saison etwas zu kurz kam. So habe ich etwas mehr im Büro der Stadtverwaltung Wetzikon gearbeitet und nebenbei meine sozialen Kontakte gepflegt. 

Ohne die grosszügige Unterstützung meiner Sponsoren und Supportern hätte ich niemals eine so erfolgreiche Saison erleben dürfen. Ein GROSSES DANKESCHÖN für die grosszügige Unterstützung! Ich freue mich, euch mitzuteilen, dass mich neu die Elliscasis Immobilien GmbH auf dem Weg an die Olympischen Spiele in Tokio unterstützen wird. 

Als Einstieg in den Trainingsalltag war ich wie im letzten Jahr in St. Moritz und sammelte fleissig Kilometer zu Fuss, mit dem Bike oder im Schwimmbad. Der erste Muskelkater ist schon wieder weg und es fühlt sich jeden Tag etwas mehr wie laufen an. Das Training macht richtig Spass und der Herbst ist die perfekte Jahreszeit für schöne Dauerläufe im Wald. 

Weltklasse Zürich

Als einzige Schweizerin hatte ich mich für eine der Finaldisziplinen der Diamond League bei Weltklasse Zürich qualifiziert und traf auf die absolute Weltklasse. Aus den Top 10 der Weltmeisterschaft in London fehlten nur 2 Gegnerinnen und ich kam zu meiner persönlichen WM-Revanche. So startete das Rennen horrend schnell. Ich wollte das Risiko eingehen und selber ebenfalls ein hohes Tempo anschlagen. Das gelang mir gut und die 1000 m Marke passierte ich nach 3:03 min, so schnell wie noch nie. Auch nach 2 km und 6:11.5 min war ich über 3 Sekunden schneller als bei meinem Schweizer Rekord. Auf den letzten 2 Runden ging es dann nicht mehr so schnell. Die Beine wurden schwer und auch die Hindernisse wollten nicht mehr wie gewohnt. Ich kämpfte mich durch und wurde in 9:28.80 min Zehnte. Damit beende ich eine unglaubliche Saison mit der viertbesten Zeit meiner Karriere. 

Weltmeisterschaft London

Nach 2013 und 2015 habe ich mich zum dritten Mal für eine Weltmeisterschaft qualifiziert und reiste voller Selbstvertrauen in die britische Hauptstadt. Die Qualifikation für den WM Final der besten 15 war mein grosses Saisonziel und ich habe mich gut darauf vorbereitet. Die ersten drei pro Serie plus die sechs Zeitschnellsten qualifizieren sich für den Final. Ich lief in der dritten Serie, fühlte mich zu Beginn gut und lief im vorderen Mittelfeld mit. Als dann nach Rennhälfte das Tempo erhöht wurde konnte ich nicht reagieren und die Beine wurden schwer. Als gesamt 16. verpasste ich den Final hauchdünn. Die Enttäuschung ist riesig und ich bin traurig, dass ich im wichtigsten Rennen der Saison meine Leistung nicht abrufen konnte. Was genau der Grund für das Scheitern war ist schwierig zu sagen, ich werde das Rennen sicher zusammen mit Michi genau analysieren und versuchen, es nächstes Mal besser zu machen.

Jetzt schaue ich nach vorne und freue mich auf meinen Aufritt vor Heimpublikum bei Weltklasse Zürich. 

Schweizermeisterschaft Zürich

Zum ersten Mal startete ich an den Schweizermeisterschaften über 800m. Direkt aus dem Höhentrainingslager in St. Moritz angereist wollte ich einen Temporeiz setzen. Im Vorlauf wurde ich zu Beginn vom Tempo schon ein wenig überrascht und erlitt einen kleinen Temposchock. Trotzdem gewann ich meinen Vorlauf souverän und qualifizierte mich somit direkt für den Final. 

Das Finale war wie so oft von Taktik geprägt. Zu Beginn hielt ich mich zu hinterst im Feld auf und arbeitete mich auf der zweiten Runde langsam nach vorne. Auf der Zielgerade packte ich meinen Schlussspurt aus, warf mich ins Ziel und wusste zuerst nicht, ob ich zweite, dritte oder vierte bin. Nach einigen Minuten war dann das Resultat auf dem Screen und zeitgleich mit den beiden Drittplatzierten sicherte ich mir die Silbermedaille. 

Zufrieden mit dem Resultat und einem gelungenem Tempotest im Gepäck fuhr ich nach dem Rennen wieder nach St. Moritz für die letzten WM-Vorbereitungen.

 

Das Video zu meinem Lauf:

https://video.ubs-athletics.fans/de/video/800m-wom-final?v=BG_ww-sW6PynkE88NLkVRG

Spitzenleichtathletik Luzern

Direkt aus dem Höhentrainingslager in St. Moritz machte ich einen Abstecher nach Luzern, um über 3000 m gegen starke Konkurrenz zu laufen. Das Rennen war sehr unruhig mit Rundenzeiten zwischen 69 und 75 Sekunden. Die zwei Kilometer-Marke passierte ich nach etwas mehr als 6 Minuten. Der letze Kilometer war dann der schnellste und mit 8:58,63 Minuten blieb ich erstmals unter der 9-Minuten-Grenze. 

Am nächsten Tag reiste ich direkt wieder zurück in die Höhe und bereite mich hier in den kommenden Wochen intensiv auf die WM in London vor. 

Diamond League Paris

In Paris kam ich zum zweiten Auftritt des Jahres auf Stufe der Diamond League und zum zweiten Mal gelang mir eine Glanzleistung. Im Gegensatz zum Rennen in Oslo war in Paris die gesamte Weltelite am Start, daher war eine Wiederholung meines dritten Ranges von Beginn weg ausgeschlossen. Als Nummer 12 auf der Entry List wäre eine Top 10 Klassierung schon sehr gut.

Wie abgesprochen hielt ich mich zuerst hinten im Feld auf und gab dann auf dem zweiten Kilometer Gas. Mein Plan ging ausgezeichnet auf und die Durchgangszeiten lagen im Bereich meines Schweizer Rekordes. Im Ziel lag ich mit 9:22.01 min nur 36 Hundertstel über meiner Bestzeit, wurde hervorragende achte und das in einem Feld, das soviel Weltklasse bot wie noch nie ein Rennen über 3000 m Steeple.

Ein kurzer und intensiver Wettkampfblock ist nun abgeschlossen. Schon bald reise ich für 3.5 Wochen in die Höhe nach St. Moritz, um mich auf die WM in London vorzubereiten.

Bislett Games Oslo

An den Bislett Games in Oslo startete ich zum zweiten Mal bei einem Diamond League Rennen im Ausland. Von den Wettkämpfen in Belfort und Bern habe ich mich schnell erholt und stand gut vorbereitet bei perfekten Bedingungen zusammen mit 12 Läuferinnen an der Startlinie. Es war geplant, dass ich mich am Anfang des Rennens etwas vom Feld mitziehen lassen möchte, doch schon nach etwas mehr als einem Kilometer war mir das Tempo zu langsam und ich übernahm die Spitze des Feldes, welche ich bis eingangs der letzten Runde nicht mehr abgab. Zusammen mit einer Kenianerin und einer Äthiopierin konnte ich mich etwas vom Feld absetzen, musste die beiden auf der Schlussrunde dann aber ziehen lassen und erreichte das Ziel als Dritte in neuer Schweizer Rekordzeit von 9:21,65 min! Wahnsinn! Meinen 6 Tage alten Rekord von Belfort verbesserte ich somit nochmals um über 5 Sekunden und bin nun die Nummer 2 in Europa sowie die Nummer 12 der Welt!

 

Das Video zum Rennen:

https://youtu.be/oQ0rqyI3MLs

Team EM Vaasa

Zum ersten Mal in der Geschichte steigt die Schweiz an der Team EM in die Super League auf, welche die Top 12 Nationen Europas umfasst - wahnsinn!

Als einzige stand ich in zwei Einzeldisziplinen im Einsatz. Am Samstag ging ich über 3000 m Steeple und am Sonntag über 5000 m auf Punktejagd. In beiden Disziplinen konnte ich einen überzeugenden Sieg feiern und so insgesamt 24 Punkte für das Schweizer Team sammeln. Während es am Samstag im Steeple-Rennen noch schnelle letzte 1000 m waren, die zum Sieg führten, stürmte ich über 5000 m mit einem fulminanten Schlussspurt zum Punktemaximum.

In einem packenden Wettkampf entschieden am Schluss wenige Punkte über die Podestplätze und damit den Aufstieg in die höchste Liga. Schweden vor Finnland und der Schweiz lautete am Schluss das Klassement. Die Türkei lag mit nur 3 Punkten Rückstand auf Rang vier. 

 

Das Video zu meinem 5000 m Lauf:

https://video.ubs-athletics.fans/de/video/vaasa-fin-5000m-frauen-sonntag-schlumpf?v=5r4BGGUKW1UuY69TCQr5BE

Frauenlauf Bern

Der Frauenlauf Bern ist mit fast 15'000 Läuferinnen einer der grössten Laufveranstaltungen der Schweiz. Nach meinem Schweizer Rekord zwei Tage zuvor stand ich in Bern über 5 km an der Startlinie. Nach gemütlichem Beginn zog ich das Tempo nach 3 km an und konnte mich von der Spitzengruppe absetzen. Nur die Äthiopierin Helen Tola Bekele konnte mir am Anfang folgen, musste dann aber bald abreissen lassen. Bis ins Ziel distanzierte ich die Konkurrenz um 30 Sekunden und mehr. Damit gelang mir der erste Schweizer Sieg in Bern seit 9 Jahren und den vierten in der 31-jährigen Geschichte.

 

Meeting Belfort-Montbéliard

Nach drei erfolgreichen Trainingswochen in St. Moritz reiste ich direkt nach Belfort und trat dort zum ersten mal in diesem Jahr über 3000 m Hindernis gegen internationale Konkurrenz an. Ein Weltklassefeld präsentierte sich unweit hinter der französischen Grenze. Die Spitze legte gleich nach dem Startschuss ein horrendes Tempo vor. So blieb ich entgegen dem Plan etwas hinter der 5er Spitzengruppe zurück. Nach 3:07 min für den ersten Kilometer zeigte die Uhr bei 2000 m 6:18 min an, das ist rund 2,5 Sekunden unter meiner 2000 m Steeple Bestzeit. Es gelang mir dann immer mehr zur Spitze aufzuschliessen und noch zwei Konkurrentinnen zu überholen. Bis im Ziel musste ich mich zwar 3 Kenianerinnen geschlagen geben, doch mit 9:26.86 min verbesserte ich meinen eigenen Schweizerrekord gleich um 4 Sekunden.

Schweizermeisterschaft Steeple

Nachdem bei meinem ersten Rennen über die Hindernisse technisch noch wenig stimmte, wollte ich es an den an den Schweizermeisterschaften in Uster unbedingt besser machen und erstmals die WM-Limite angreifen. Entgegen aller Wetterprognosen waren die Bedingungen ganz gut, etwas kalt war es schon, dafür trocken und windstill. Regelmässig wie ein Uhrwerk lief ich die 7 ½ Runden und auch die Technik stimmte. In 9:40,36 min unterbot ich die WM-Limite im ersten Anlauf im Alleingang! Ich bin richtig erleichtert, dass technisch wieder vieles stimmte und ich die Limite für London abgehackt habe. Jetzt kann ich mich in Ruhe und ohne Druck auf die kommenden Wettkämpfe vorbereiten, damit ich dann Mitte August in London topfit am Start stehen werde. 

Int. Läufermeeting Pliezhausen

Traditionell startete ich meine Steeple-Saison beim internationalen Läufermeeting in Pliezhausen. Über die Distanz von 2000 m bietet sich die Gelegenheit, das Gelernte aus dem Training im Wettkampf zu testen. Von Beginn weg übernahm ich die Spitze und gab diese trotz hartnäckiger Konkurrenz nicht mehr ab. Die Zeit von 6:20,33 min bedeutet nicht nur neue persönliche Bestzeit, sondern auch Schweizer Allzeit-Bestleistung und Rang 21 in der Europa-All-Time-Bestenliste. Mein Fazit nach dem Rennen: läuferisch Top, technisch noch viel Verbesserungspotential.

Die nächste Gelegenheit bietet sich schon am kommenden Freitag in Uster um 19.35 Uhr anlässlich der Schweizermeisterschaft.

Frühjahrsmeeting Düdingen

In Düdingen trat ich zum ersten Mal in diesem Jahr auf der Bahn an und wollte über 5000m eine schnelle Zeit laufen. Bei tiefen Temperaturen, Regen, Wind und 40-minütiger Verspätung sagte wenige Stunden vor dem Start auch noch meine Pacemakerin ab. Damit waren die ganz schnellen Zeiten leider nicht mehr möglich. Doch die Bedingungen können nicht immer perfekt sein und ich versuchte, das Beste daraus zu machen. So zog ich einsam an der Spitze meine Runden und erreichte mit 15:47.94 min sogar eine neue Bestzeit. Unter diesen Umständen bin ich mit dem Resultat ganz zufrieden, bin aber definitiv Hungrig auf mehr. 

Trainingslager Tenero

Vom südafrikanischen Herbst reiste ich nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause weiter in den tessiner Frühling. Wie jedes Jahr verbrachte ich im Centro Sportivo in Tenero zwei Wochen zusammen mit den besten schweizer Mittel- und Langstrecklern. Die ersten paar Tage liess ich bewusst noch etwas ruhiger angehen, um mich von der Höhe und den drei anstrengenden Trainingswochen in Dullstroom zu erholen. Nachdem ich mich die ersten paar Tage noch etwas müde gefühlt habe, konnte ich mich auch dank den super Erholungsmassnahmen im Centro Sportivo, den Physios und dem Masseur, gut erholen und einige sehr gute Trainingseinheiten absolvieren. Der Countdown zum Saisonstart läuft und am 6. Mai stehe ich in Düdingen über 5000 m zum ersten Mal in diesem Jahr an der Startlinie auf der Tartanbahn. 

Trainingslager Dullstroom

Nur drei Tage nach dem Halbmarathon in Den Haag packte ich meine Koffer und reiste zusammen mit einer Trainingsgruppe aus Hamburg für drei Wochen nach Dullstroom (Südafrika) ins Höhentrainingslager. Das erste Mal schloss ich mich einer „fremden“ Trainingsgruppe an und sammelte die ersten Erfahrungen mit Training in der Höhe. Mit Maya Rehberg, Jana Sussmann und ASICS Frontrunnerin Tabea Themann waren drei Läuferinnen auf meinem Niveau dabei und wir konnten gegenseitig von einander profitieren.

Während den ersten paar Tagen habe ich schon gemerkt, dass die Luft dünner ist und die Läufe nicht so leicht fallen wie zu Hause. Vor Allem bergauf kam ganz schön aus der Puste und die Geschwindigkeit war eher mit Wandern zu vergleichen. Ich habe mich aber schnell an die Höhe gewöhnt und konnte alle Trainings wie geplant umsetzen.

Insgesamt umfasste die Trainingsgruppe acht Athletinnen und wir wohnten alle zusammen in einem schönen Haus am Rand von Dullstroom. Die meisten Trainingseinheiten absolvierten wir direkt von hier. Für lange Dauerläufe fuhren wir etwas ausserhalb auf eine Dirt Road und Tempoläufe absolvierten wir im ca. 30 Kilometer entfernten Belfast auf der Grasbahn. Die Bedingungen waren wirklich gut und die Temperaturen im südafrikanischen Spätsommer mit 20 – 25 Grad zum Trainieren sehr angenehm. 

Die ganze Zeit habe ich mich in der Gruppe sehr wohl gefühlt und war bestimmt nicht zum letzten Mal in Dullstroom. Auch mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Trainings bin ich sehr zufrieden und blicke zuversichtlich den ersten Wettkämpfen entgegen. 

Halbmarathon Den Haag

Über 40'000 Läuferinnen und Läufer nahmen in Den Haag an einem der grössten Läufe Europas teil. Über die Halbmarathon-Distanz war ich im Elitefeld am Start. Nach sehr starken Rennen über 10 km und im Cross wollte ich auch auf der 21.1 km langen Strecke eine neue Bestzeit laufen.

Ich wählte die gleiche Taktik wie bei meinem Schweizer Rekord über 10 km in Payerne und lief ohne Uhr nur nach Gefühl. Die 10km-Marke passierte ich nach 33:08 min und rund 20 Sekunden hinter der führenden Läuferin. Auf den folgenden 5 km konnte ich zur Spitze aufschliessen und erreichte die 15km Marke nach 49.50 min. Damit blieb ich als erste Schweizerin in der Geschichte über 15km offiziell unter der 50-Minuten-Marke. Ein erster Schweizer Rekord war damit bereits auf sicher. Auf den letzten 5 km kam ein unangenehmer Gegenwind auf, trotzdem konnte ich meine Pace halten und bei der 20-km-Marke Rekord Nummer 2 erlaufen (1:06.40). Die wertvollste Marke, die ich an diesem Tag knackte, war im Ziel der Schweizer Rekord über die Halbmarathon-Distanz. Mit 1:10.17 blieb ich 14 Sekunden unter dem alten Rekord von Ursula Spielmann-Jeitziner.

Mit diesem Rennen schloss ich einen intensiven dreiwöchigen Wettkampfblock äusserst erfolgreich ab: 5 Rennen, 5 Siege, 4 Schweizer Rekorde auf 4 Distanzen!

Bremgarter Reusslauf und Cross SM

Eine Woche nach meinem 10km-Schweizer Rekord stand ich am Start zum Bremgarter Reusslauf. Das Rennen war als schneller Trainingslauf gedacht und ich versuchte, das Rennen eher defensiv anzugehen. Schon nach drei der insgesamt 11 km lief ich alleine an der Spitze und konnte noch einige zu schnell gestartete Männer einsammeln. Nach 36:57min gewann ich das Rennen mit 24 Sekunden Vorsprung. 

Am nächsten Tag fand in Köniz die Cross Schweizermeisterschaft statt. Letztes Jahr gewann ich den Titel im Kurz- und Langcross, in diesem Jahr habe ich mich für einen Start im Kurzcross über 3km entschieden. Nach einem langsamen ersten Kilometer attackierte ich und konnte mich etwas vom Feld absetzen. Mit 8 Sekunden Vorsprung gewann ich meine dritte SM-Goldmedaille im Kurzcross. 

10km de Payerne

Bei perfektem Laufwetter machte ich mich auf den Weg nach Payerne, um über 10 km eine Standortbestimmung zu machen. Nachdem ich anfangs der Woche noch mit müden Beinen vom Trainingslager zu kämpfen hatte, fühlte ich mich von Tag zu Tag besser und war gespannt, wie schnell ich die 10 km laufen kann. Ohne Uhr und Zwischenzeiten lief ich einfach nach Gefühl und hatte keine Ahnung wie schnell ich unterwegs war. Die 5km Zwischenzeit von 16:05 min war sensationell und nach einem kleinen Durchhänger konnte ich auf den letzten 2 km nochmals aufdrehen. Im Ziel leuchtete die Zeit von 32:10 min auf, ich konnte es kaum glauben! So schnell absolvierte noch nie eine Schweizerin die 10km auf der Strasse, die alte Schweizerrekord-Marke stand bei 32:51min. Meine Zeit liegt gar unter der WM- und Olympia-Limite über 10'000 m auf der Bahn (32:15.00) und in Payerne erreichten nur gerade 5 Männer, darunter ein Schweizer, das Ziel vor mir.

Cross Gettnau

Zwei Tage nach meinem dreiwöchigen Höhentrainingslager in Magglingen traf ich beim Cross in Gettnau auf drei weitere Cross-EM-Teilnehmerinnen von Chia. Die Vorfreude auf den ersten Wettkampf seit Mitte Dezember war riesig. Trotz nicht so frischer Beine feierte ich einen Start-Ziel-Sieg und gewann mit 30 Sekunden Vorsprung. Am Sonntag, 26. März 2017 starte ich in Payerne über 10km. Bis dahin steht die Regeneration vom Trainingslager im Vordergrund, damit ich gut erholt an der Startlinie stehe und hoffentlich eine schnelle Zeit laufen kann. 

Trainingslager Magglingen

Zum ersten Mal absolviere ich ein Trainingslager in Magglingen und wohne dabei im Höhenzimmer. Ganz nach dem Motto "Live high - train low" übernachte ich auf gefühlten 2500m ü. M. und trainiere in Biel oder Magglingen. Jeden Tag verbringe ich durchschnittlich 16 Stunden im Zimmer und erhoffe mir dabei den Höheneffekt, ohne dass dabei die Qualität des Trainings zu fest leidet. Nachdem in der ersten Woche vor allem die Schlafqualität etwas gelitten hat, habe ich mich nun gut an die Höhe gewöhnt und konnte bisher alle Trainings wie geplant und in guter Qualität umsetzen. Insgesamt verbringe ich drei Wochen hier, absolviere anschliessend einige Wettkämpfe und bin gespannt, ob und wann sich der Höheneffekt im Wettkampf auszahlt. 

Jahresrückblick

Das Jahr 2016 gehört bereits der Vergangenheit an, doch es wird mir lange in guter Erinnerung bleiben. Nachdem ich die Saison 2015 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden musste, ging es zu Beginn der Sommersaison zuerst darum, wieder in den Wettkampfrhythmus zu finden. Der erste Höhepunkt war dann die Europameisterschaft in Amsterdam, wo ich mit dem 5. Rang und neuer Saisonbestzeit überzeugen konnte. Nur 6 Wochen später folgte das Highlight meiner Karriere. Ich stand am Start der Olympischen Spiele. Im Vorlauf gelang mir wohl mein bisher bestes Rennen. Mit 9:30min verbesserte ich meinen eigenen Schweizer Rekord um 7 Sekunden und qualifizierte mich völlig überraschend für den Final. Leider stürzte ich dort unverschuldet, kämpfte mich ins Ziel und beendete das Rennen auf dem 18. Rang. Zum Saisonabschluss wurde ein weiterer Traum wahr und ich durfte vor Heimpublikum bei Weltklasse Zürich starten.

Etwas überraschend kam für mich der 8. Rang bei der Cross EM Mitte Dezember. Trotz kurzer Vorbereitungszeit war ich in super Form und schloss ein tolles Jahr mit einem Highlight ab.

Die Vorbereitungen für meine nächsten Ziele laufen bereits. Zur Zeit sammle ich in Portugal die ersten Kilometer im neuen Jahr. 

Cross EM

Nach meinen Siegen bei der Corrida Bulloise und dem internationalen Cross in Tilburg waren die Erwartungen natürlich etwas gestiegen. Dennoch war es schwierig einzuschätzen, was tatsächlich möglich sein wird. Das spezielle der Cross EM ist, dass von der 800m-Läuferin bis zur Marathon-Läuferin alle Athletinnen in einem Rennen aufeinander treffen.

Auf einem flachen aber unruhigen Kurs auf Sardinien ging es über 8 km um die Medaillen. Schon kurz nach dem Start verabschiedeten sich die beiden kenianischen Türkinnen und machten an der Spitze den Sieg unter sich aus. Dahinter entbrannte der Kampf um Bronze und ich war dicht dahinter. Zuerst liess ich mich geschickt vom Feld mitziehen, um dann auf der zweiten Hälfte von Runde zu Runde Plätze gut zu machen. Der Sturmlauf ging nach vorne bis auf Platz 8, nur 20 Sekunden fehlten zur Bronzemedaille. Insgeheim habe ich von einem Top-Ten-Platz geträumt. Dass nun alles so perfekt aufging und ich mir sogar ein Diplom sichern konnte, übertrifft meine Erwartungen und macht mich sehr glücklich. Erst einmal in der Geschichte der Cross EM war eine Schweizerin besser klassiert. Anita Weyermann stand vor bald 20 Jahren auf dem Podest.

Nun werde ich eine kleine Trainingspause einlegen bevor es mit dem Aufbau für den Sommer und eigentlich schon für die Leichtathletik EM 2018 in Berlin los geht.

Int. Cross Tilburg

Die Startliste des Frauen-Rennens beim renommierten Cross im niederländischen Tilburg präsentierte sich fast schon wie eine EM. Doch wenige Stunden vor dem Start zogen sich einige der Top-Stars zurück. So stieg ich unverhofft in den Kreis der Mitfavoritinnen auf.

Schon kurz nach dem Start lag ich plötzlich alleine einige Meter vor der Konkurrenz. Während sich die Läuferinnen dahinter um die Plätze stritten, konnte ich meine Position ganz vorne im Rennen verteidigen.

Schlussendlich reichte es zu einem grandiosen Sieg und mit 27.16 min realisierte ich eine Zeit, welche in den letzten 10 Jahren nur einmal unterboten wurde.

Somit scheine ich bestens gerüstet für die Cross EM vom 11. Dezember 2016 auf Sardinien zu sein.

Corrida Bulloise

An der Corrida in Bulle präsentierte sich im Eliterennen eine Startliste, wie sie sich wohl in diesem Jahr nur einmal zeigt. Aus Schweizer Sicht war fast alles am Start, was der Laufsport aktuell zu bieten hat. Zusätzlich war das Rennen gespickt mit einigen starken Ausländerinnen.

Zu Beginn des Rennens lief ich zusammen mit einem dreiköpfigen Afrikaexpress. Schon vor Rennhälfte war ich nur noch mit der meistgenannten Favoritin unterwegs. Etwas mehr als einen Kilometer vor Schluss konnte ich mich absetzen und meinen Vorsprung ins Ziel auf 23 Sekunden ausbauen. Mit 19.28 min realisierte ich die drittbeste Zeit, welche in 40 Jahren Corrida Bulloise je gelaufen wurde und siegte als erste Schweizerin seit 1988! Mein Siegerpreis ist leider bereits wieder zurück im Stall.

Foto: © Lib/Alain Wicht

Int. Cross Mol

Der Auftakt in die Cross-Saison 2016 bildete der Crosslauf im belgischen Mol. Höhepunkt soll dann am 11. Dezember die Cross EM in Chia sein. Dazu müssen aber die beiden Selektionsläufe in Mol und Ende November in Tilburg gelingen.

Auf der Grossteils über einen Sandstrand verlaufenden Strecke in Mol brauchte ich etwas Anlaufzeit. Nach rund 2 der 5.5 km langen Strecke hatte ich 21 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Doch von da an schrumpfte der Vorsprung auf die Führenden ständig. Das Ziel erreichte ich 11 Sekunden hinter der schwedischen Siegerin auf Rang 3. Der Auftakt ist somit geglückt und die Vorbereitung für die kommenden Wettkämpfe geht weiter.

Trainingslager Tenero

Nur wenige Tage nach der Rückkehr aus St. Moritz habe ich meine Taschen wieder gepackt und bin ins Trainingslager nach Tenero gereist. Zusammen mit anderen Läuferinnen und Läufern bereite ich mich hier auf die Cross-Saison vor und kann im Centro Sportivo von optimalen Bedingungen profitieren. Jeden Tag stehen zwei Trainingseinheiten auf dem Plan, viele Kilometer rund um Tenero haben wir bereits abgespult. Bis jetzt konnte ich Alles wie geplant umsetzten, habe ein gutes Gefühl und die Trainings in der Gruppe machen richtig Spass. 

Trainingslager St. Moritz

Nach einer langen und anstrengenden Saison genoss ich drei Wochen meine verdiente Saisonpause. Direkt im Anschluss reiste ich für 2 1/2 Wochen nach St. Moritz ins Trainingslager. Zum ersten Mal war ich auf 1800m über Meer und testete die Auswirkungen auf den Körper beim Training mit wenig Sauerstoff. Bei Traumwetter genoss ich die wunderschöne Landschaft bei vielen Dauerläufen, Biketouren und Wanderungen. Ich geniesse es, zurück im gewohnten Trainingsalltag zu sein, habe neue Ziele ins Auge gefasst und bin wieder motiviert, mich Schritt für Schritt zu verbessern. 

Weltklasse Zürich (1. September 2016)

Gut zwei Wochen nach der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio ging für Fabienne Schlumpf ein weiterer Traum in Erfüllung. Dank ihren starken Resultaten in dieser Saison hatte sie sich einen Startplatz im Hauptprogramm von Weltklasse Zürich verdient. Um 21.36 Uhr ging es im vollen Stadion gegen ein Olympia-Final-würdiges Teilnehmerfeld auf die 3000 m Hindernis. Von Anfang an war klar, dass es gegen die besten nichts auszurichten gibt. Daher reihte sich Schlumpf hinten im Feld ein und versuchte einfach so lang wie möglich das hohe Tempo zu halten. Den ersten Kilometer passierte sie so schnell wie noch nie in einem Steeple-Wettkampf und auch der zweite Kilometer lief gut. Doch dann machte sich die lange Saison und die kurze Krankheit nach Rio bemerkbar und es fehlte die Energie um das Tempo zu halten. So musste sie zwar mit dem letzten Platz und einer Zeit von 9:45.88 min vorlieb nehmen, dennoch war der Start im Letzigrund für die Wetzikerin ein unglaubliches Erlebnis. Das Rennen war ein würdiger Abschluss einer fantastischen Saison für die TG Hütten Läuferin.

Olympische Spiele - Final (15. August 2016)

Nach ihrem grandiosen ersten Olympia-Auftritt mit Schweizer Rekord und Finalqualifikation hatte Fabienne Schlumpf 48 Stunden Zeit sich zu erholen. Dies gelang der Wetzikerin gut und so stand sie am Montag erneut im Olympiastadion am Start. Der Final über 3000 m Steeple stand an. Fabienne startete wie gut und lies sich dann im hochstehenden Feld langsam ans Ende fallen. Alles lief wie geplant und man durfte auf eine zweite tolle Zeit hoffen. Doch nach gut 1000 m touchierte sie eine Gegnerin und kam auf der blauen Bahn zu Fall. Von da an war das Rennen gelaufen. Sie rappelte sich zwar sofort auf, doch das Feld war weg und Schlumpf war völlig aus dem Rhythmus. Es passte nichts mehr zusammen und so beendete sie das Rennen noch knapp unter 10 Minuten auf dem 18. Rang.

Auch wenn das Ende ihres ersten Olympia-Abenteuers bitter ausfiel, durfte Fabienne mit ihrem Auftreten in Rio stolz und zufrieden sein.

2 Tage nach dem Rennen reiste Fabienne zurück in die Schweiz und wird sich auf den nächsten Höhepunkt vorbereiten. Am 1. September steht bei Weltklasse Zürich im Letzigrund erneut ein Lauf gegen die besten der Welt auf dem Programm.

Olympische Spiele - Vorlauf (13. August 2016)

Mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio gingen für Fabienne Schlumpf und ihren Trainer Michi Rüegg Lebensträume in Erfüllung. Man wollte aber nicht einfach als Tourist nach Rio reisen, sondern dort eine tolle Leistung zeigen und insgeheim träumten beide vom Finale.

Die Vorbereitung verlief perfekt und während 5 Tagen konnte sich Fabienne an die speziellen Verhältnisse in Rio und im olympischen Dorf gewöhnen.

Der Tag des 3000 m Steeple Vorlaufs startete mit einem kleinen Schock. Schlief Fabienne doch so tief und fest, dass sie den Wecker nicht hörte. Doch zum Glück funktionierte die Absicherung und die Betreuer konnten sie 10 min verspätet wecken. Danach lief alles wie am Schnürchen. Topfit und perfekt eingestellt stand Fabienne am Start der zweiten Serie. Sie startete im richtigen Tempo, lief aber ziemlich im hinteren Teil des Feldes. Die Taktik gab einen schnellen zweiten Kilometer vor. Auch das setzte sie perfekt um und arbeitete sich nach vorne. Die 2 Kilometer-Marke passierte sie nach 6.18 min und damit 2 Sekunden unter ihrer 2000 m Steeple Bestleistung! Fabienne zog ihr Rennen voll durch und finishte nach 9:30.54 min als Sechste. Ihren eigenen Schweizer Rekord verbesserte sie um über 7 Sekunden. Nach 2 Vorläufen lag die Wetzikerin an 5. Stelle derjenigen die sich über die Zeit für den Final qualifizieren.  Nun musste der dritte Vorlauf entscheiden, denn nur 6 kommen über die Zeit in den Final der Top 15. Es wurde eng, doch es reichte! Mit der 15. Zeit qualifizierte sie sich als eine von nur 2 Europäerinnen für den Final und verlängerte damit ihren olympischen Traum.